Erfinderinnen - Pioniere mit Ausdauer

Frauen im Erfinderwesen. Von Ada Byron zu Katja Hardenfels & Co.

Frauen sind Erfinderinnen! Nur, wer kennt sie schon?  In der Männerdomäne sind diese Frauen nur scheinbar dünn gesät, denn sind sie doch u.a. die Entwicklerinnen der Computersprache, des Mobilfunks und vieler anderer nützlicher Erfindungen. Es ist an der Zeit, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu schenken!
Bertha Benz kennt fast jeder, auch die bekannten Erfindungen wie der Melitta Kaffeefilter oder der erste Geschirrspüler sind vielen geläufig. In der Vergangenheit gab es immer Frauen, die als Erfinderin tätig waren. Nur wurde allzu oft ihr Patent unter dem Namen eines Mannes angemeldet, entweder des eigenen oder des Mitentwicklers. Erst im Jahre 1809 wurde erstmalig ein Patent in den USA auf den Namen einer Frau (Mary Dixon Kies) ausgestellt. ...

Null und Eins

Ada Byron (1815-1852), die einzige eheliche Tochter des berühmten Dichters Lord Byrons und der Amateurmathematikerin Annabell Milbanks, studierte Naturwissenschaften, was zu jener Zeit für Frauen wenig üblich war. Gesegnet mit dem Forschergeist ihres Vaters und der mathematischen Begabung seitens der Mutter lernte sie mit Charles Babbcock ihren Mentor kennen, den sie im Laufe der Zeit sogar überflügelte. So war sie es, die die mathematische Grundlage der Computersprache (0 und 1) entdeckte. Sie legt einen Plan vor, wie man Bernoulli-Zahlen mit der Maschine berechnen konnte, weshalb die erste Computersprache auch nach ihr benannt wurde (ADA). Ihrer Leidenschaft, der Mathematik, konnte sie nur bedingt folgen....

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Der größte Feind aller Innovation ist der Tunnelblick - auch beim Thema Gleichstellung

Eine Synthese von Ergonomie und Wirtschaftlichkeit bei der Verarbeitung von Trockenschüttungen

Sollen in der Altbausanierung auf unebenen Flächen neue Bodenbeläge eingebaut werden, so wird häufig die Einbringung einer Trockenschüttung erforderlich sein. Die Erzeugung einer planen Oberfläche erfordert bei den bisherigen Verarbeitungsverfahren das manuellen Abgleichen der Schüttungsoberfläche dadurch, dass der Verarbeiter auf den Knien rutschend die Oberfläche mit einer Latte zwischen zwei Nivellieranschlägen abzieht. Die Arbeitskräfte, die diese Arbeiten ausführen, leiden erfahrungsgemäß nicht selten unter der extremen Beanspruchungen der Kniegelenke und der Wirbelsäule. Abhilfe schafft ein neu entwickeltes Verarbeitungsgerät.

Der estrobot ist ein Gerät, das in Zusammenarbeit zwischen dem Handwerkunternehmer Karl-Heinz Müller aus Mönchengladbach und Professor Dr. Burkhard Bischoff-Beiermann von der Hochschule Niederrhein (Krefeld) entwickelt wurde. Schon lange beschäftigte sich Karl-Heinz Müller mit dem Problem, wie durch eine elektro-mechanische Lösung eine Teilautomatisierung des Nivellierens der Trockenschüttungen erfolgen kann. Im Jahr 2006 waren die Grundüberlegungen dazu so weit gediehen, dass er ein Patent darauf anmeldete. Erleichtert wurde ihm dieser Schritt durch Fördermittel aus der SIGNO-KMU-Patentaktion. Aber der erste Prototyp erwies sich als zu sperrig für den praktischen Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Hochschule Niederrhein und dem Fachbereich Design der Bergischen Universität Wuppertal entstand ein neues Konzept, das stärker als der erste Entwurf auf elektromechanische Komponenten für die Steuerung des estrobot setzte.

Es blieb die Frage, wie Karl-Heinz Müller mit seinem Trockenbauunternehmen mit 5 Mitarbeitern die finanziellen Mittel für die Realisierung eines solchen Entwicklungsprojektes aufbringen sollte. Die Lösung brachte ZIM, das “Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand”, das 2008 vom Bundesministerium für Wirtschaft, mit dem “die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), einschließlich des Handwerks und der unternehmerisch tätigen freien Berufe, nachhaltig unterstützt und damit ein Beitrag zum Wachstum der Unternehmen verbunden mit der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen geleistet werden” soll (so die offizielle Programmbeschreibung). Nach kurzer Bearbeitungsfrist für die Antragstellung, bei der Karl-Heinz Müller durch das Büro TEPAC in Kaarst unterstützt wurde, erhielten die Antragsteller im Sommer 2009 die Bewilligung des Projektes. ...

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Gründung des Europäischen Erfinderinnenverbandes EWI in Banja Luka

Eine emotional beeindruckende Veranstaltung mit prominenten Rednerinnen und Rednern, wie der Ministerin für Touristik aus Bosnien Herzegowina und dem Präsidenten und Schirmherren Joachim Bader des Europäischen Erfinderverbandes AEI, erlebte die deutsche Delegation aus DEV und KIT-Initiative Vertretern während der Gründung des europäischen Erfinderinnenverbandes EWI am 09.09.2011 in der Kulturstadt Banja Luka in Bosnien Herzegowina.
Ideengeberin Branka Kolar Mitjovic, Rechtsanwältin und Erfinderin, hat mit Ihrem Frauenteam eine würdige und anspruchsvolle europäische Veranstaltung durchgeführt. Unter medialer Begleitung unterzeichneten 45 Gründungsmitglieder aus verschiedenen Nationen und Vertreter von fünf Organisationen, wie AEI, DEV und KIT-Initiative die EWI Gründungserklärung in Banja Luka in Bosnien-Herzegowina.
Die Gründungsveranstaltung des Erfinderinnenverbandes EWI begann sehr emotional mit dem Flug von Friedenstauben, die von Vertretern aus Politik, Wissenschaft und europäischen Teilnehmern fliegen gelassen wurden. Branka Kolar Mitjovic eröffnete die Veranstaltung mit viel Temperament  Die Grußworte und Vorträge zum Bereich Innovationen und Erfindungen, überwiegend durch Frauen vorgetragen, bestätigten das hohe europäische Niveau der Veranstaltung. Von der freien Erfinderin bis zu wissenschaftlichen Erfindungen war alles vertreten. Selbst das Mittagessen basierte auf einer ökologischen Innovation.
In der Veranstaltung gab es viel Wertschätzung für engagierte Erfinderfrauen und einzelne Auszeichnungen. Zum Abschluss wurde die europäische Hymne von zwei Sängerinnen vorgetragen. Ein überaus emotionaler Abschluss. ...

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Editorial: Quote erfüllt? Quote erfüllt!

Angesichts der Sonderschau der iENA und damit verbunden verschiedene Beiträgen in diesem Heft zum Thema “Frauen erfinden” kann natürlich auch dieses Editorial nicht am Thema Frauen vorbeigehen. “Quote erfüllt” gilt sicher nicht für den Beitrag von Erfinderinnen zu den Patentanmeldungen aus Deutschland. Es gibt - soweit dem Autor bekannt - keine Erhebung darüber, wie hoch dieser Anteil tatsächlich ist. In vielen Industriebereichen haben Erfinderinnen inzwischen einen erheblichen Anteil an den Erfindungen. Und manchmal finden diese Leistungen auch Wiederhall in der Presse (wie z.B. “Jobmaschine Andrea Urban - Die Erfinderin bei Bosch“ im Jahr 2008). Aber in der Menge ist auch hier bisher wenig erreicht: eigene Auswertungen aus 2010 ergaben, dass von 882 Erfinderbenennungen bei neu veröffentlichten EP-Anmeldungen aus Deutschland gerade 31 Erfinderinnen waren!

Bei den Kleinen und Mittelständischen Unternehmen sowie bei den freien Erfindern ist die Quote nach eigenen Erfahrungen aus der Förderung von Projekten im Rahmen der SIGNO-KMU-Patentaktion und der Erfinderfachauskünfte auch nicht besser. Weshalb aber dann die Behauptung “Quote erfüllt”? Sie bezieht sich auf die Beobachtung der Beratungsnetzwerke im Themenfeld Innovation. Die Auswertung der Liste der SIGNO-Partner ergibt unter 36 Ansprechpartnern einen Anteil von 13 Frauen. Ähnlich ist die Relation bei den Treffen des DTI (Deutsche Verband für Technologietransfer und Innovation). Woran liegt es, dass beim Thema Innovationsberatung doch eine nicht unerheblich Frauenquote realisiert ist? Es geht bei diesen Beratungen um Kommunikation mit dem Kunden. Und in vielen Fällen ist in der Phase der Geschäftsanbahnung nicht die Fachebene gefragt, sondern es geht zunächst einmal um den Aufbau einer Gesprächsebene, in der erfahrungsgemäß nicht nur die technischen Fakten zählen. Ginge es nur um Technik, wären die Männer schon auf Grund des Ungleichgewichtes in den technischen Ausbildungsgängen klar im Vorteil. Aber bei der Anbahnung einer Innovationsberatung geht es nicht um kraftstrotzende Wissenspräsentation, sondern um einfühlendes Erfassen der Probleme des Unternehmens. Und dabei haben Frauen nach allgemeiner Einschätzung die besseren Karten.

Aber auch hier ist nicht alles eindeutig und erst recht nicht unumstritten: “Warum Männer besser zuhören: Neue Erkenntnisse aus der Aufmerksamkeitsforschung”. Doch diese Feststellung ist nur ein Pyrrhussieg für die männliche Vormachtstellung. Denn wer den Beitrag liest, muss feststellen, dass der Titel sich nur auf folgende Situation bezieht: “... sind zahlreiche Stimmen aus unterschiedlichen Richtungen gleichzeitig zu hören. Konzentrieren möchten wir uns in einer Gesprächssituation aber nur auf eine Stimme, nämlich die unseres Gegenübers”. Wenn es aber darum geht, die vielseitigen Facetten einer betrieblichen Situation aufzunehmen, kommt es darauf an, nicht nur die Stimme des Wortführers herauszufiltern, sondern das gesamte Spektrum der Stimmen im Unternehmen zu erfassen. Und dabei bleiben wohl die Frauen stärker. Deshalb ist die Innovationsberatung ein Bereich, in dem oft Frauen ganz vorne stehen und weshalb viele Unternehmen zwar nicht Parität erreicht haben, aber doch weiter sind, als es in der Quotendiskussion gefordert wird.

Eberhard Kübel

Unsere Partner